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Trendwende im Wohnungsbau: Holzbau als Schlüssel zum Aufschwung

Holzhaus H8 in Bad Aibling

Die aktuellen Zahlen der Baugenehmigungen geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Erstmals seit 2021 ist wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Branchenvertreter sprechen von einer möglichen Trendwende im Wohnungsbau. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt. Der tatsächliche Wohnraumbedarf in Ballungsräumen ist weiterhin enorm und nicht jede genehmigte Wohnung wird letztlich auch gebaut. Bauherren reagieren sensibel auf Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen und Förderkulissen und benötigen Planungssicherheit. Daher sollten bestehende Programme unbedingt fortgeführt werden.

Das strukturelle Defizit am Wohnungsmarkt ist nach wie vor groß. Studien gehen davon aus, dass bundesweit jährlich rund 320.000 neue Wohnungen benötigt werden, um den Bedarf zu decken. Gleichzeitig fehlten zuletzt bereits mehr als eine Million Wohnungen in Deutschland. Dennoch ist verhaltener Optimismus angesagt, so Kai Gajewski, Hauptgeschäftsführer des Landesinnungsverbands des Bayerischen Zimmererhandwerks. Das Baugewerbe sei bereit und warte nur darauf, neuen Wohnraum zu schaffen. Gerade der Holzbau liefert innovative und klimaschonende Lösungen.

Der Holzbau ist Teil der Lösung

Für den Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks steht fest: Wenn die Trendwende hin zu mehr Wohnraum und klimafreundlichem Bauen gelingen soll, braucht es jetzt eine konsequente Unterstützung des Holzbaus als neuen Standard im Bauwesen. Denn der moderne Holzbau bietet entscheidende Vorteile:

  • kurze Bauzeiten durch Vorfertigung
  • Klimaschonendere Herstellungs- und Bauprozesse
  • langfristige CO₂-Speicherung im Gebäude und hohe Wärmedämmung
  • regionale Wertschöpfung

Daher ist der Holzbau die Lösung, um zwei der aktuell dringendsten politischen Herausforderungen zu bewältigen: den Mangel an Wohnraum und den Klimaschutz. Förderprogramme wirken hierbei als Beschleuniger dieser Entwicklung und helfen, die notwendige Bauwende schneller herbeizuführen.

Appell an die Bayerische Staatsregierung

Umso unverständlicher wäre es, wenn ausgerechnet jetzt das Bayerisches Holzbauförderprogramm nicht fortgeführt würde. Die Förderung war ein großer Erfolg und hat in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, Investitionen anzustoßen und Planungssicherheit zu schaffen. Nun ist der Fördertopf jedoch aufgebraucht und die Staatsregierung wird ihn nach aktuellem Stand auch nicht mehr auffüllen.

Hauptgeschäftsführer Kai Gajewski appelliert daher: „Der Holzbau hat das Potenzial, sich als neuer Standard zu etablieren und das Bauen nachhaltiger zu machen. Doch dieser Transformationsprozess braucht verlässliche Strukturen. Wer jetzt Förderprogramme auslaufen lässt, riskiert, den lang ersehnten Aufschwung im Keim zu ersticken“.

Gerade in einem weiterhin anspruchsvollen Investitionsumfeld sind stabile Rahmenbedingungen von entscheidender Bedeutung. Förderinstrumente wirken als Hebel für private und öffentliche Bauherren. Sie schaffen Vertrauen und setzen Investitionsimpulse, insbesondere im klimafreundlichen und seriellen Bauen mit Holz.

Die Bauwende braucht Kontinuität statt Stopp-Signale

Die Branche steht bereit, ihren Beitrag zur Schaffung des dringend benötigten Wohnraums zu leisten. Damit aus den ersten positiven Signalen eine nachhaltige Trendwende wird, braucht es:

  • Planungssicherheit für Bauherren und Investoren
  • verlässliche Förderprogramme
  • Abbau bürokratischer Hürden
  • klare politische Priorisierung des klimafreundlichen Bauens.

Der Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks appelliert daher eindringlich an die Bayerische Staatsregierung, die Holzbauförderung fortzuführen und weiterzuentwickeln. Wer den dringend benötigten Wohnungsbau ankurbeln, Klimaziele erreichen und die regionale Wirtschaftskraft stärken will, darf den Holzbau jetzt nicht ausbremsen.

Der Aufschwung ist greifbar. Jetzt gilt es, ihn entschlossen zu sichern.

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